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Haffner im Bellevue

oder Ein neuer Fall von Gruppenehe?

Schloss Bellevue, 12. August 2019, DG


Der Bundespräsident macht es möglich, nicht nur dass ein Jazzer wie Wolfgang Haffner im Präsidentengarten den Flair von Cocktail-Party gehobener Wohlstandskreise musikalisch kreiert, sondern dass derart die immer weiter auseinander driftende Schere von Reichtum und Armut, von Schönheit, Intelligenz und Können gegenüber den lebenswirklichen Niederungen menschlichen Seins und Leidens aufscheinen kann und zwar auf Staatskosten. Nun mag die Höhe der Besoldung des Bundespräsidenten durchaus mehr als das 20-fache eines durchschnittlichen Arbeitnehmer-Entgelts betragen, doch für ein Schloss mit Park samt standesgemäßer Sommer-Party reicht das allenfalls zu runden Geburtstagen und auch das nur gemietet. Wenn sich der präsidiale Luxus in seinem Pomp von gleichartigen Veranstaltungen in der römischen Villa Massimo oder in der kalifornischen Thomas Mann Villa, ganz zu schweigen von den illustren Empfängen der Auslandsvertretungen, allein durch die Präsenz des Staatsoberhauptes unterscheidet, so bleibt es doch immer noch ein „Staatsakt“, eine offizielle, quasi amtliche und darum den Bestimmungen und Einschränkungen eines demokratischen Gemeinwesens entsprechende Veranstaltung. ...

Video: Haffner im Bellevue 3 . 6

Haffner
                & Friends

Musik und Infos von:

Wolfgang Haffner and friends

JazzBaltica 2018: "Kind of Spain"


Celine Rudolph

insbesondere 1:14:36


Sebastian Studnitzky

KY Organic [Full Album HD]


Christoph Dell


Simon Oslender , p, rhodos


Claus FischerBass

"Claus Fischer Bass Solo" Max Merseny & Band @A Trane Berlin


Eine solche mag steif und formell wirken, eben eine, die den Anwürfen einer kritischen und vor allem neidischen, um nicht zu sagen missgünstigen Parteien-Gesellschaft gewachsen ist, auf der anderen Seite aber hat sie mit den TV-Gala-Shows mitzuhalten, um den Ansprüchen der Fernseh-verwöhnten Zuschauer gerecht werden zu können. Ohne Zweifel war das Publikum, die durch das Präsidialamt geladenen Gäste, ausgesucht. Das war nicht irgendwer, der da kam und die da auf dem grünen Rasen vor der Freitreppe warten durfte. Nein, es waren auf die Gästeliste gesetzte Herrschaften. Aber auch sie wurden von der unsichtbaren Absperrung vor der Freitreppe ins Schloss, die gewisse Herren mit Ohrstöpsel und Funk-Kontakt markierten, in ihren Grenzen gehalten. Als Gleiche unter Gleichen in einem wahren Gemeinwesen wären sie nämlich nach dem christlichen Motto: „Mein Haus ist dein Haus“ im Bellevue umher flaniert, wahrscheinlich um versunken, dem Haffnerschen Funk lauschend, einen Blick zurück von Prinz Ferdinand auf Friedrich Wilhelm IV. zu werfen. Auch die Preußen feierten ja anno dazumal eben königlich. Wieso sollten sie zum Beispiel nicht auch im Cecilienhof eine Familienfeier mit Combo abgehalten haben... ja, durchaus während des Krieges - warum denn nicht? ...? ... ach so ... die Hohenzollern, das heißt das Haus Brandenburg, erstickte zwar im protestantischen Anstandskorsett, so dass, ganz unter sich, gar nichts mehr lief, doch, wen haben wir denn da?, es ließen sich auch bei ihnen immer wieder neue Kontakte und attraktive Bekanntschaften machen. Der Reiz solcher Veranstaltungen liegt und lag eben in der Überschneidung unterschiedlicher Gesellschaftskreise. Ihr Aufeinanderprallen generiert nach wie vor den gewissen Esprit einer Sommer-Cocktail-Pool-Party im mitteleuropäischen Norden, der etwas kühler zwar blond helle Schöpfe, doch weniger sternenfunkelnde Bikini-Wärme hervorzubringen in der Lage ist. Mithin stellt sich die alte Frage, wie lässt sich von Staats wegen feiern und das in diesen Zeiten, die als solche, am Scheitelpunkt der Gegenwart, die genaueren Bestimmungen des Hier und Jetzt erfahren.

Auch in der DDR wurde gefeiert. Die alten Genossen verstanden es zumindest intellektuell, die Widersprüche von kommunistischen Staatsfeierlichkeiten der Staatselite und dem Reich der Arbeit aufzuheben unter anderem in dem massiv ausgegrenzt wurde, was nicht dazu gehörte ... also du und ich gehöre immer dazu, spricht der Musiker durch seine Trompete ist ein Sax. Die musikalischen Möglichkeiten, Verknüpfungen herzustellen, kennen ja keine besinnlicheren Grenzen als köstlich lauschen zu können, was vor sich geht vieles ist interessant ist Sex und Macht kommen sich bei Musik immer sehr nahe im taktvollen Schritt der US-amerikanischen Siebziger schwingt es sich leicht übers Parkett am Swimmingpool im Halbdunkel nackte Bewegung platscht mit hohem Schrei ins Wasser geworfen, weil von ihm gepackt, erschiene pubertär, darum eher yoga-mäßig schreitend, nachdem das Kleid stilvoll abgelegt wurde, soll heißen er darf ruhig den Reißverschluss aufziehen, zu denken wäre aber auch, das Kleid fiele einfach ungehalten losgelassen und damit Zeichen setzend auf den weichen, saftig warmen Sommerrasen.

Wie gesagt, das sind Undenkbarkeiten in diesem staatlichen Repräsentations-Ambiente, das schließlich nicht mit einem Cinque-Stelle-Urlaubs-Vergnügen zu verwechseln ist. Es herrscht Anstand, Zucht und Ordnung, in etwa so wie nach barocken Diskussionen über die künstlerische Freizügigkeit ... Prost! klingen die Sektgläser hell ...die dazu führten, den antiken Gartennymphen aus Marmor nachträglich schleierhafte Feigenblätter zu montieren. Vornehmlich hat diese staatliche Nüchternheit den Zweck, inspirierend zu wirken, nämlich der nachgängigen Fantasie-Produktion himmelweite Tore zu öffnen über das, was hätte sein können, wenn nicht Sitte und Verstand dem zügellosen Triebleben des Menschen das nötige Zaumzeug auferlegten, um dem schandhaften Spiel der Satyre, Mänaden, Faune und Mondfeen Grenzen zu setzen, wodurch die Bezeichnung Lustschloss Bellevue nun mehr gerechtfertigt erscheint.

Doch um alles dieses geht es nicht. Es geht viel mehr um dieses gewisse Lachen, wobei ich natürlich das der Dame mit den Sektgläsern meine. Für sich genommen ist es vollgültiger Ausdruck des Erfolges, der Zufriedenheit, ja, des Glücks schlechthin. Gewiss lag es an meiner Kamera, der eine unabsprechliche Anziehungskraft inne wohnt, eben dieses Lachen in sich aufzunehmen und so dann hinaus in alle Welt zu tragen. Mir kam es durchaus bekannt vor, dieses glückliche und Glück gebende Lachen. Ich sah es vor Jahren immer wieder auf dem Gesicht Gerd Schröders, des in den Blitzlichtern des Erfolges badenden Chefs, der es wiederum von den Lippen seines Vorgängers übernommen hatte, so als vererbe es sich dem Amt, der Situation und vor allem dem Zwecke zu. Tatsächlich frage ich mich, ob es ein staatsrepräsentatives Glückslachen ist und zwar in der Weise, als dass jeder Bürger ein Anrecht darauf habe, mit einem solchen Lachen beschenkt zu werden als auch es schenken zu können, nämlich während der eigenen Familienfeier im eignen Garten auf der Sommerterrasse den Freunden zu.

Es ist durchaus spekulativ anzunehmen, dieses staatsrepräsentative Lachen würde mit einiger Professionalität zielgerichtet eingesetzt. Wie dem auch sei, ein solches Erfolgslachen wird seinen Grund haben, um nicht zu sagen tieferen Grund, also einen solchen, der sich zwar aus der jeweiligen Situation wie dem Haffner Konzert ergeben mag, es sozusagen zum Anlass nimmt, um deshalb seinen vorausweisenden, geradezu prophetischen Charakter zu entfalten.

Darüber nachzudenken, dass dieses Konzert und darum dieses Lachen eben nicht vor Jahren schon in der Sky-Lobby stattfinden konnte, ist hingegen wohltuend müßig, weil die amtierende Kanzlerin diese einnahm und es seitdem keine Gelegenheiten mehr zum Feiern gibt. Bezogen auf die SPD verbieten sich für sie und ihre Kreise Feiern der Schadenfreude natürlich von selbst. ... da für andere nicht, versteht sich die Wahl der "neuen SPD-Parteispitze" als Kampf-Ansage im Verbund mit verläßlichen Partnern ... Prost! ... gegen den Rest der Welt ... was napoleonisch klingt und nicht als letztes Lebenszeichen der altehrwürdigen SPD aufzufassen ist, das ginge zu weit, viel zu weit, weil - den Tod haben wir auch bedacht.

Mithin hat es einen anderen Grund, einen, den es trotz aller widrigen und desolat erscheinenden Umstände, die vorher und nachher zu Schweigen und ausdrucksloser Reglosigkeit führten, zu feiern gilt. Ich möchte dieses Lachen quasi auf die höchste Höhe heben, so dass es zum einen gesehen, zum anderen jedoch als reflektierendes Zeichen verstanden werden kann, denn wenn es sich genau genommen um ein Zuprosten handelt, dann kann es nur jemandem gelten, der durch seine Erfolge Geschichte schrieb, es ist Stefan Kohler. Als Vorsitzender der Deutschen Energie Agentur war er maßgeblich nicht nur an der Aufhebung des Atom-Strom-Kartells der 3 Schwestern, RWE, E.ON und EnBW, beteiligt, sondern im Schulterschluss mit Ernst-Ulrich von Weizsäcker an der konzeptuellen Entwicklung sowohl regenerativer als auch der Nega-Watt-Energien. Ich konnte folgendes Interview mit ihm führen:


Kohler Interview

Welten TV, ca. 3 Min


Leider kam ich nicht auf die Frage, was er vom Batterie-Strom-Tsunami hält, nämlich ob die e-Autos, die e-Bikes, die Drohnen und elektrischen Fahrrad-Lampen noch mit Regenerativen & Nega-Watt-Energien zu bewerkstelligen sind oder aber der erneute Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg ansteht.

Wenn ich Kohler richtig verstand, dann denkt er vor allem an die CO2- und Treibhausgas-Effekte. Am Konzept der DEA, die Zusammenarbeit von staatlichen Institutionen, nicht zu letzt der Universitäten, mit der EU-Wirtschaft zu befördern, sollte selbst dann, wenn sie noch nationalistischer wird, z. B. wenn die neo-nationalistischen Kräfte sich aus konzertierten EU-Projekten zurückziehen, aufrechterhalten werden, natürlich ohne das Finanzbudget dafür zu überziehen. Tatsächlich könnte es Vorteile haben, von einem inneren Kern der EU auszugehen. Jedoch die gesellschaftliche Ausgrenzung der neo-nationalistischen Kräfte, wie sie kommunal z.B. in Leipzig anhand eines AFD-getreuen Künstlers versucht wird, auf EU-Ebene zu übertragen, um mit solchen Ländern umzugehen, dürfte an der schieren Masse eine Strategie von gestern gewesen sein.

Kommt also die EU-Energie-Politik in die Hände neo-nationalistischer Kräfte, Herr Kohler? ...

Vielleicht haben wir Gelegenheit, dies an einem anderen Ort zu besprechen und weiter darüber zu berichten.


Die innere Kameraführung

Die Verarbeitung dieses nun mehr erhobenen Video-Materials gestaltet sich mir neu. Ich bin kein Cutter, kein Medien-Assistent, keiner, der professionell gelernt hätte, mit Medien, d.h. Kamera, Schnitt, Studio und vor allem mit Leuten umzugehen.

Für meinen Teil habe ich zu lernen, Dinge, Projekt-Anteile, abzugeben ... ja, machen zu lassen ... etwas, was ich gar nicht kann. Wann hatte ich als freelancer, als freier Journalist und Schriftsteller, zum Beispiel die Gelegenheit, eine Führungsrolle wahrzunehmen, geschweige denn, eine Führungsaufgabe? Eigentlich nie … und beim Tango war die Führungsfrage eher umstritten, allerdings weniger umstritten im Vier-Viertel-Takt ... vielleicht, weil sich da nicht so viel falsch machen läßt.

Also, sind wahre Führungsqualitäten erlernbar? Kann ich lernen, Chef zu sein? ! ... Boss ... auch so etwas, wie ein Lehrer, eigentlich aber einer, der den anderen seine Vorstellung vorgibt und zwar in der Absicht, der festen Absicht, dass diese Vorstellungen dann umgesetzt werden. Vorstellungen umzusetzen, das geht sowohl in der hierarchischen Gesellschaftspyramide nach unten hin, als eben auch nach oben hinzu und auf, soll heißen der distinguierte Code der Macht im menschlichen Gewande setzt sich nicht nur unmittelbar, sondern mittel- und vor allem langfristig durch, weil eben in der Mitte. Ganz einfach geht das nach Titch Nhat Hanh in Kombination mit Renate Eisenmann´s Yoga Retreat auf Bali.

Es ist erstaunlich solchen wundersamen Entdeckungen während der Arbeit, die zugleich Entwicklung als auch einfühlsames Erforschen sind, nachgehen zu können, denn sie sind jeweils ein Höhepunkt, ein Erlebnis für sich. Z.B. die Entdeckung, dass das so fest und kompakt erscheinende Rohmaterial, die Video-Aufnahme des „Jazz & Funk-Konzerts und der Zuhörer, der Gäste des Bundespräsidenten, eine weiche, formbare Bilder-Masse ist. Sie kann belebt werden. Mittels der digitalen Kameraführung kann ich ihr Gestalt geben, etwa so, wie ich meiner Tanzpartnerin entsprechend meines Führungsstils eine Tanfgestalt, eine Tanzfigur geben kann.


Mithin, es war mir die Entdeckung der Digitalen Kamera … der digitalen Kamera des Leibes, würde Udo Baer ergänzen, um auf die Körperphänomenologie des Leibes nach Merleau Ponti kommen zu können. Die digitale Kamera kann nach innen gerichtet ins digitale Video-Material hineinschauen und das ermöglicht wiederum dort gewisse Veränderungen nachträglich vornehmen zu können: Cut, copy clip, speed reverse, speed 300%. Das Ergebnis entspricht durchaus einer gewissen, bis anhin jedoch nicht sichtbaren Realität, denn der innere Monolog des einzelnen bei dieser Veranstaltung sucht sich ins Verhältnis sowohl zu den anderen als auch den Gegebenheiten zu setzen.

Das erste, was mir einfiel war „Slapstick“ -artig eine Dame im Schritt vor ihrem Partner immer schneller denselben Bewegungsablauf ihrer Schrittbewegungen machen zu lassen, vorwärts, rückwärts, so dass sie choreographisch eine auffordernde Tanzfigur, einen Ocho im Tango, vor ihrem unschlüssigen, die Lage einschätzenden Partner tanzt. Musik und Tanz, das gehört so sehr zusammen, wie das gemeinsame Schwofen. Ich darf mir nun vorstellen, es wurde nach meinem Hinauswurf als Paparazzi, der gewisse Aufnahmen nicht machen sollte, geschwoft. ... Ja, genau, schwofen, das ist eine bestimmte ahArt des vertrauten Tanzens, die um so vertrauter wird, um so mehr aus den formvollen Stöckelschuhen in leichterem Schuhzeug, um nicht zu sagen barfuss im grünen Grass getanzt werden kann. ...

Wer da also mit wem schwofen würde, überbleibt mir nun mehr nachträglich anhand des digitalen Materials mit der digitalen Kameraführung näher herauszuarbeiten. Hierzu ist es bedeutsam, dass ich mir die Ursprünge des Tanzes vergegenwärtige. In einem Kaufhaus wurden mir diese bewußt als mir eine attraktive Dame mit ihrer Freundin beim Einkaufen auffiel. Müßiggängerisch beobachtete ich sie, die mir zunehmend gefiel, so dass ich den pubertären Reiz verspürte, mich ihr anzunähern, sie anzusprechen, sie zu einem Kaffee einzuladen. Ich wagte es jedoch nicht, sie direkt anzusprechen. Im Versuch die Schamschwelle meiner Überwältigung durch ihre Schönheit zu überwinden ließ mich viel mehr vorsichtig um sie herum schweifen, während sie augenscheinlich nach Dingen im Regal und in den Ablagen schaute. Dabei war ich mir allerdings gewiss, sie hatte längst bemerkt, dass ich ein Auge auf sie geworfen hatte und dann auch noch das andere. Es ergab sich ein Annähern und Entfernen, ein den Rücken zeigen und nicht wissen, was mit ihr ist, ein Loslassen und Wiederfinden. Derart erschien mir der Tanz als die Form mittels derer ich mein als auch ihr Gesicht wahrend Verständigung herstellen konnte, ob denn überhaupt Kontakt erwünscht sei. Tatsächlich löste sich die Form schließlich auf als sie mit ihrer Freundin zusammenkam und ich auf sie zuging und ihr nun mehr offen sagen konnte, dass sie mich inspirierte über die Ursprünge des Tanzes nachzudenken. Sie lächelte und ich ging.
 
Es gibt durchaus noch andere Beziehungsgestalten bei solch einem Event, nämlich die der Bediensteten, der Event-Funktionäre und der Sicherheits-Beamten. Ich möchte sie farblich herausheben, die Technik dafür gibt es.

Ich gehe davon aus, dass die Abendgesellschaft nach meinem Abgang, den unverfänglichen, seichten, unaufdringlichen Klängen von Haffner & Friends, allen voran der Stimme der fantastischen Cecile Rudolph folgte und schließlich nicht anders konnten, als sich den leichten Bewegungen der Hüfte hinzugeben. Dass das schließlich ins Schwofen überging vermute ich mithin nur. Im Grunde ist dieses Schwofen für langjährige Partnerschaften ja nichts anderes als eine ganz ursprüngliche, altbekannte Form gemeinsamer, um nicht zu sagen ehelicher oder unverheiratet partnerschaftlicher Ausbrüche aus der Monogamie. Gemeinsam etwas polyamor sein dürfen, können, wollen, also in die Wände der Zweierkiste Türen und Fenster einzubauen, die modern sind, da doppelt verglast, das gab es auch schon früher zu Rockn´Roll Zeiten … and Twist again …. und noch früher, obwohl in solchen barockisierenden Darstellungen es eher nur das Jungvolk ist, die das Tanzbein schwingt. Wie dem auch sei, es gibt gewisse Feierlichkeiten, zum Beispiel den Vereinsball, bei dem auch die älteren Herrschaften mal wieder tanzen und ihre Steifheit in rhythmische Bewegungen auflösen.

Dass nun sie mit dem und er mit der tanzte, ja, sogar schwofte, ins Verhältnis zu einem Swinger-Club zu setzen bei dem jede mit jedem vögelt, meint die seelische Tendenz, die Urverhältnisse wieder herstellen zu wollen, vgl. Friedrich Engels:

Ein neuentdeckter Fall von Gruppenehe


Nach der Lektüre dieser kleinen, ethnographisch gehaltenen Darlegungen von Herrn Engels, frage ich mich allerdings, ob er jemals zu einem Ball, wie dem Bundespresse- oder dem Münchner Filmball, gekommen ist. Ein Opernball oder ein noch kleineres Fest, wie es in den Tanzschulen Gang und Gäbe ist, hätte vielleicht schon hingereicht, um ihm die tradierten Urformen der Gruppenehe im Gewand der Moderne zu veranschaulichen. Dass er und Konsorten wie August Bebel, Fourier und Herbert Wehner keine Vorstellungen von neo-tantrischen Festlichkeiten in der Postmoderne haben, diese allenfalls als neumodische Formen von Gruppensex in überkommenen Bordellen der Oberschicht wahrnehmen können, läßt natürlich fragen, was Gruppensex in Absetzung zu neo-tantrischen Feierlichkeiten wie ein Öl-Retreat im Jahre des Herren 2000und19 darstellen soll. Filmisch dürfte es sich um Szenen wie in Eyes Wide Shot von Stanley Kubrik im Verhältnis zu Margot Anands ... handeln. Eine chinesische Annäherung an das Verständnis zeigt sich in meiner Story:  

Ich danke ihm jedoch sehr für die Aufklärung, an das Verhältnis zu den Frauen meines Clans zu denken, also, wie unterschiedlich verhalte ich mich zu
meinen Schwestern und Cousinen, im Gegensatz zu den Frauen meiner Brüder und Freunde?

Es wurde also geschwoft. Wer mit wem? ... Und dann? ... Was jetzt? .... versteht sich als zeitaktuelle Hier&Jetzt-Frage, die situativ sowohl zur Sommernachts-Cocktail-Party während des vertrauten Schwofs im Wiegeschritt zum Verlust meiner Anzugshose paßte, weil ein Nagel auf der Parkbank im Park ein Loch hinein riß als sie sich auf meinen Schoß setzte, mein Kinn anhob und mir einen Kuss auf meine begehrlich weichen Lippen pflanzte als auch dass solche Absonderungen ins Halbdunkel des Parks zu jenen erwünschten Heimlichkeiten gehörten, die die Security nicht weiter interessierten, weil sie systemkonform eben eine volksübliche Absonderung des Privat-Intimen darstellen, was bekanntlich zur Absonderung in die schon oben erwähnte Zweierkiste, erstickend an Gewohnheit, Vertrautheit, Sicherheit und monotoner Wiederholung, führt. Dem entkommen Männer gewöhnlich durch ein Abdriften ins Rot-Licht-Milieu. Behördlich genehmigt liefert die gewerbliche Prostitution das gesellschaftlich diskreditierte Vorbild für das Liebe-gegen-Geld-Geschäft, dass sie in anderer Form in ihren Lebensbeziehungen immer dann auffinden, wenn es um Finanz-und Haushaltsfragen in der Familie und Partnerschaft geht. Die Idealisierung des Bildes der romantischen Liebe in der Ehe vergällt durch Finanz-Ausgleichsfragen das traute Zusammensein, was offensichtlich schon immer Absicht war bis neue Formen der vom kapitalistischen Geist durchdrungenen Liebesverhältnisse neu Wege in ein erfülltes Liebes- und Sexleben wiesen. Die neo-tantrischen Importe aus Steinzeit kommunistischen Lebensverhältnissen müssen deshalb dringlichst von neo-liberalen Regulierungen, wie z. B. diesen ... click .... aus Dresden entsprechende Nachrichten ... ins Prostitutionsgewerbe abgedrängt und verunmöglicht werden. Sie stellen den Versuch dar, die neo-tantrische Bewegung als solche zu diskreditieren. Die nächsten, die von solcher Überregulierung betroffen sein werden, sind dann Swinger-Clubs und Homo-Treffs, solange bis dann wieder die reinste und höchststehende Form des evangelischen Puritanismus à la Victoria hergestellt wäre. Als wenn es in viktorianischen Zeiten in der Londoner Club-Szene, der heutigen Jazz-Club-Szene, keine ausschweifenden Exzesse gegeben hätte und nach wie vor gibt, raunt es aus dem halbdunklen Hinterraum.


Staatsstreich, Staatseklat, Staatsskandal

In etwa so läßt sich die Entdeckung beschreiben, die ich gestern beim Cutten machte: Zufällig rückte Steinmeier, ich nenne ihn ab hier, Franky, ins Bild als meine innere Digitalkamera auf gemäßigter Fahrt durch die Menge, über die Gesichter und Gestalten hin fuhr. Hinter Franky stand eine adrett-formell gekleidete Dame .... in meinem Alter .... und nicht in Ihrem. Ich zoomte näher, dann begann das Video-Material zu verpickseln. Die Bilder werden häßlich, wenn ich sie zu nahe heran und groß zoome, ein Umstand, der durchaus zu einigen Turbulenzen in der Gemütslage führen kann, was widerherum alte Erinnerungen inspirieren und an die Oberfläche des Bewusstseinshorizontes kommen lassen kann. Es sind Bilder aus einer Vorzeit, machmal aufgehoben in einem Schuhkarton, in dem die Fotos ihren Glanz, ihre Neuheit, im Dunkel des häuslichen Archives verloren.

Es bedürfte einer höheren Objektivschärfe ... die kostet die Profi´s haben das ergibt ein besseres Rohmaterial ... um auch in dieser herangezoomten Distanz scharfe Bilder zu machen. Nichts desto trotz sah ich diese attraktive Dame hinter dem Staatsoberhaupt stehen. Eine Szene, wie ich sie mit dem vormaligen König Don Carlos in Madrid erlebte. Eine wirklich bezaubernde Dame kam mit mir ins Gespräch, leider war mein Termin-Kalender so voll, dass ich der Einladung der Dame nicht nachkommen konnte, nun gut, ... mich nicht getraute, die königliche Entourage näher kennenzulernen, hatte ich doch zu fürchten ihr sodann gänzlich zu verfallen.
Das, was ich nun von besagter Dame hinter Franky sah, reichte jedoch, mir den Atem zu verschlagen. Die Bild-Zeitung, der Spiegel, die gesamte Regenbogenpresse würde Schlange stehen für diese Bilder mit der geheimnisvollen Dame hinter Franky. War sie seine Mätresse? War sie die heimliche Geliebte neben der offiziellen Konkubine Elke Büdenbender? ... War ich nun dazu auserkoren, mit diesen Aufnahmen, passend zur SPD-Mitglieder-Abstimmung über den Parteivorsitz, einwenig Furore um das ansonsten neutralisierte Staatsoberhaupt zu machen?

Im folgenden durchlebte ich die Angst und Aufregeung, es könnte etwas passieren, so etwas, wie ein Staatsskandal um diese Bilder. Unausdenkbar mit den Kollegen von den Medien, von den Radio-Sendern und TV-Anstalten, über diese Bilder zu sprechen und vor allem, was sind sie Wert, die Rechte an den von mir gemachten Bildern dieser öffentlichen und ganz privaten Personen, die sich dann womöglich dieselbe Frage stellen, die sich mir aufdrängt: Läßt sich Kohle mit diesen Bildern machen? Asche? Zaster? Knete? Wir wollen doch alle nur leben? Wieso also nicht Paparazzi-Fotos machen und verkaufen und verklagen? Elke Bündenbender hatte ich dicht bei ihm gesehen, neben ihm, eigentlich den Arm um sie gelegt, so als wolle er sie vor dem Trubel umher behüten und natürlich vor mir .... Auf den Bildern war das nicht zu sehen, vielmehr, als wäre es eine Antwort: Die Dame neben ihm, eine vertraute Mitarbbeiterin des Bundespräsidialamtes, quasi ein weiblicher Security-Agent, die genauso in ihrer vor allem offiziellen Rolle gefangen war. Erst in meinem Movie erschien sie mir als potentielle Favoritin im "Arbeits-Umfeld" des Staatsoberhauptes. ... Diese Gedanken können sich als Grundstock, als Ausgangsmaterial für ein präsidiales Filmprojekt - so etwas wie Bruno Ganz im Der große Kater, der im Berner Parlament als Rats-Präsident debütierte - verstehen. Wenn die Dogma 95-Kameraleute mit tragbaren Camcorder in die theatralische Spiel-Situation als mitspielende Beobachter eintauchen, dann verhält sich dazu die digitale Kameraführung: Aus der Totalen läßt sich ins Detail einsteigen, ja, es lassen sich ganze Spielszenen entwickeln, die während des einen Geschehns ablaufen. Vorstellbar wären surreale Szenen, die Schauspieler eingebettet ins Gesamtbild, durchspielen.  







1 Diesen fest machen zu wollen an kommenden Entwicklungen wie dem Abgang des US-Präsidenten oder der italischen Regierungskrise oder den anstehenden Landtagswahlen, die eine zunehmende Herauslösung der SPD aus der Großen Umklammerungskoalition versprechen, nähme ihm natürlich die Gewissheit des Schon Wissens. Das ist ein Umstand, der sich nicht nur aus der Abfolge logischer Kausalketten ergibt, als viel mehr, um bildhaft zu sein, als der erste, warme Frühlingswind, der nach langem, eisigen Winter in Chicago das Kratzen der Auto-Fensterscheiben überflüssig macht.... was sich nicht nach Bloch "Prinzip Hoffnung anhört, sondern nach Wolfgang Haffner und Friends:


Musik und Infos von:

Wolfgang Haffner and friends

JazzBaltica 2018: "Kind of Spain"


Celine Rudolph

insbesondere 1:14:36


Sebastian Studnitzky

KY Organic [Full Album HD]


Christoph Dell


Simon Oslender , p, rhodos


Claus FischerBass

"Claus Fischer Bass Solo" Max Merseny & Band @A Trane Berlin





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