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Robert-Blum-Preis

Leipzig, 3. März 2026, DG

Der Robert-Blum-Preis der Landeshauptstadt Leipzig, Hoch-Sachsen, steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten ... siehe unten...


Das kommunale Ehrenamt

Bellevue, 3. März 2026, DG

Frank Walter Steinmeier am Rednerpult im großen Saal des alten Schlosses Bellevue, einige Leute, die Stühle diesmal anders angeordnet, nämlich sternförmig, wie ein Fächer, was an Karlsruhe erinnert, wo das Verfassungsgericht Entscheidungen zu fällen hat, die Leipzig mit seinem Bundes-Verwaltungs-Gericht nicht fällen kann, meinte Eva Nemela von der Körber Stiftung kam voll sympathisch rüber als sie den Event ankündigte: Das kommunale Ehrenamt. Anwesend waren gut 100 ehrenamtliche Bürgermeister aus kleineren Kommunen vor allem aus Westdeutschland, wobei als Redner insbesondere die ehrenamtlichen Bürgermeister aus Rheinland-Pfalz auffielen.

Im grünen Hosenanzug zeigte sich die Frau des Bundespräsidenten engagiert kümmerte sie sich um die Enkel. Die Frauen wollen mehr Geld für die Kita braucht junge Männer haben keine Zeit für das Osterfeuer macht die freiwillige Feuerwehr. Der Bauer bist du bringst Holz, Äste, Baumrinde, Stümpfe landen im Granitsteinkreis hinterm Fussballplatz stehen die Buden bereit zum Ausschank von geistigen Getränken zur Anhebung der Aufwandsentschädigung durch den Bund zur Förderung der kommunalen Demokratie wollen die noch mehr Geld haben wir aber nicht, sprach der König hieß Friedrich lag in seinem Grab, grab! Grab noch tiefer! Der Goldschatz der Etrusker und der Ring mit der Sonnenscheibe braucht ein Fest mit Sonnenschein samt Kindergeschrei zur Bratwurscht ein Bier und noch eins vor der Jurte der Kinder spielt einer Gitarre und singt der Kirchen-Chor Frühlingslieder, dann kommt es zu einer überregionalen Vernetzung mit Wachstumseffekten, die das Myzelium zur Grundlage haben, weil die Demokratie Räume hat, die der Diktatur des Oberdada eine andere Welt sind.

Der Streit ist ein anderer: Es geht um Überregulierung: 2.600 Richtlinien zur Förderung der Kommunen. Der bürokratische Wasserkopf erstickt durch Verkalkung, da im Büro die Erarbeitung von Richtlinien ein zu honorierendes Leistungsmerkmal ist für das die Rentenansprüche auf ein Niveau gehoben werden von dem aus der Ski-Abfahrtslauf zur Goldmedaille führt und zwar vorbei an Korruptions-Vorwürfen wegen der Umgehung der Vorschriften zur Vergabe von Aufträgen an ortsansäßige Firmen deren Chefs im Ortsrat die Opposition der Arbeitnehmer nur solange haben, wie sie nicht fürchten müssen, entlassen zu werden, was meint die Wege sind kurz, die gegenseitigen Abhängigkeiten hoch sind die Hürden auf der hundert Meter Laufbahn springen die Mädchen herum hüpfen die Kinder zur Musik.

Danke für das Ohr. Danke für die Bühne. Danke für das Wort der Macht was draus, meinte die Frau Bundespräsidentin im grünen Hosen-Anzug warb sie für eine Koalition, die abgewählt wurde. Gemeint war die Landtagswahl in Baden-Württemberg gaben viele SPD´ler den Grünen ihre Zweit-Stimme hallte wider als ein Oberton-Gesang zum Lobpreis des Herrn gesellte sich der Sohn gefiel allen war er sympathisch, schnittig, glatt und so unschuldig unbedarft wie Siddharta im Palast des Vaters.


Dann erzählte der Bundespräsident eine Anekdote aus seiner Kindheit: Als 14-jähriger Schüler sei er mit Freunden vors Rathaus gezogen und auf Plakaten hätten sie gefordert, sie wollten die alte Dorf-Schule besetzen, die seit Jahren leer stand. Nun ja, wer so höflich fragt, dem wird ein freundliches Ja beschieden, seitdem sei er politisch.

Da Bundespräsident Steinmeier nach 2 Amtszeiten in den wohl verdienten Ruhestand geht, wird am 30. Januar 2027 ein neuer Bundespräsident gewählt. Als letzte größere Amtshandlung von Steinmeier darf wohl verstanden werden, Schloss Bellevue, seinen preussischen Amtssitz in Berlin, abzureißen bis auf die Denkmal geschützte Fassade, um dann eine demokratische Moderne nach seinem Abgang einziehen zu lassen in das verwaiste Haus. Es soll saniert werden, erzählte er. Tatsächlich, er läßt es wie ein Pharao abreißen, so als sollte später in den Film & Foto-Archiven sein alter Amtssitz als ein Mausoleum entdeckt werden können. Mit Kosten von knapp einer Milliarde Euro stellt dies ein stattliches Auftragsvolumen für die Berliner Baubranche dar. Zu Kritik und Beschwerden über dieses Bauvorhaben und seine Kosten läßt fragen, wieso nicht schon früher, wurde doch die Sanierung von Bellevue im Haushaltsausschuss 2023 beschlossen.
Mithin, zu erwarten steht ein repräsentatives Architekturwunder im Inneren, das als Aushängeschild seines mitteleuropäischen Föderalstaates mit entsprechenden Staatsbauten der europäischen Nationalstaaten in Paris und London, Madrid, Wien und Rom konkurriert. Mögen Steinmeiers Nachfolger ihre demokratische Moderne in der von ihm hinterlassenen Leere ausgestalten, denn die Zukunft ist und bleibt offen.

 

Robert-Blum-Preis

Leipzig, 3. März 2026, DG

Im Grunde ging es nicht um die Robert-Blum-Preisverleihung als die erste Generalstaatsanwältin der EU, Laura Codruța Kövesi, ins Alte Rathaus von Leipzig kam. Vielmehr wurde sie gerufen, damit ihr bedeutsame Anklagen überreicht werden könnten. Deshalb kam sie eher zögerlich nach Leipzig, weil ihr das zusätzliche Arbeit werden würde. Und tatsächlich, einer der anwesenden Herren, Sie kennen ihn, überreichte ihr eine Schriftrolle auf der geschrieben stand:

Anklage gegen Hermes, den Götterboten, den Gott der Reisenden, der Händler und Diebe.

  • Was hat er diesmal gestohlen, fragte die Generalstaatsanwältin trocken. Sie wissen doch, er ist ein Kleptomane. Wir sind machtlos gegen ihn, wir können nichts tun, zumal sich immer wieder heraus stellt, dass er auf göttlichen Befehl hin stahl.

  • OK, sagte der Herr, dann Anklage gegen diese ganze Götterbande. Es geht einfach nicht, dass die Götter gegen ihre eigenen Gesetze verstoßen. Es reicht ja schon der Umstand, dass das überhaupt möglich ist, dass ein lebendiger Gott gegen seine eigenen, ehernen Gesetze verstößt. Ich meine damit nicht das 6. Gebot, „Du sollst nicht töten!“, sondern es ist ein Unding, dass die Götter quasi Durchgriffsrechte haben und getarnt unter dem Deckmantel menschlicher Vergesslichkeit und vor allem unter zur Hilfenahme von Handlangern ihren göttlichen Willen durchsetzen. Hören Sie, es geht um das Gewaltmonopol des Staates und um unsere menschengemachte Ordnung. Göttliche Durchgriffe, Diebstahle und vorsätzliche Arrestierung unschuldiger Flüchtlinge, 24/7 bis zu 6 Monaten, vorgeblich zum Schutz des Gemeinwesens, verstoßen nicht nur gegen die UN Menschenrechtscharta, sondern insbesondere gegen unsere Rechtshoheit. …. Phh! ... Was heißt hier Phh? Haben Sie den da oben gehört? Er will sich einfach nicht unseren Gesetzen beugen. Er, da oben, ist ja nicht nur ein alter Greis und ein Jüngling zugleich, sondern vor allem ein störrischer Esel: Iah! Iah!

  • Mit Beleidigungen und Beschimpfungen kommen wir da nicht weiter. Lassen Sie uns die Sache erst logisch überlegen und dann die Logik einschläfern mit einem Schlaftrunk, der den Göttern gut schmecket zu ihrem Gastmahl.
    Nehmen wir zum Beispiel die Paragraphen, die uns Menschen schützen. Tatsache ist es, nicht die Paragraphen schützen uns, sondern die Menschen, die die Paragraphen anwenden in dem sie sich auf sie berufen und dann durchsetzen. Gestützt auf sie und auf die Kraft, die uns aus ihnen zufließt, können wir handeln.

    Das Problem in ihrem konkreten Fall mit Hermes, dem Götterboten, besteht in seiner grenzüberschreitenden Kriminalität und demzufolge in der grenzüberschreitenden Strafverfolgung. Weil die Grenzen so undurchlässig sind in Europa und wir keine solchen Durchgriffsrechte haben wie die Götter, können wir eine grenzüberschreitende Strafverfolgung nicht leisten. Insofern tut es uns Leid, wir können gegen diesen Hermes nichts machen. Er entwischt uns regelmäßig über die Grenze der transzendentalen Logik. Er mag sie bestohlen haben, er mag sie aufgrund seiner trickreichen Intrigen eingesperrt haben, aber uns fehlen schlicht die Mittel, um gegen ihn vorzugehen. Ich glaube, wir können Ihnen in dieser Sache nicht helfen.


Nun kam ein anderer Herr mit einer weiteren Klageschrift auf der in zierlichen Lettern gesetzt stand:


Anklage wegen Verunstaltung der Deutschen Sprache und Kultur.

  • Wie meinen Sie das? Wir haben Sie doch angeklagt wegen Verunstaltung der Sprache.
    Was ist geschehen?

  • Nun, gar nichts ist geschehen. Das ist es ja gerade. Seit Jahren tut sich nichts mehr. Wie erstarrt die lebendige Sprache in einem verkalkten Panzer als stecke sie fest und könne nicht vorwärts noch rückwärts, wobei es mit dem Vorwärts noch ein Stückchen geht, weil die Internetalisierung hilft, aber, weil so viel nachdrängt, sind keine vorwärts gerichteten Rückentwicklungen, also keine Erneuerungen von Dialekten und Mundarten möglich wäre es aber genau dies und das durch mehr Mittel für die Sprachförderung zu erreichen ließe sich auch noch, dass die Schönheit selbst die Sprachentwicklung vorantrüge mit ihrem Geplapper über die herrlichen Frühlingsblumen am Wegesrand duften so wunderbar, dass die Sonne scheint deswegen im Frühling frisch und neu, wie aufgewacht aus tiefem Schlaf, mein Kindlein, schlaf! ... Verstehen Sie, das sind die Vorboten einer neuen Sprachlichkeit, die verboten sind, weil die Verkalkung des normierten Geistes sie nicht zu läßt. Genau gegen diese Verbote richtet sich unsere Sprach-Entwicklungs-Verbands-Klage, weil die Verbote Klage erheben gegen die Sprachentwickler reiche ich Ihnen diese Klage zur Verfolgung ein.
  • Verstehe, Sie reichen also eine Gegenklage gegen die Klage der Generalstaatsanwältin, die Sie beschuldigte, die Sprach zu verunstalten, ein. Wir schauen uns die Sache an und freuen uns über weitere Hinweise. Geben Sie her! Was Sie haben noch mehr nehmen wir nicht an. Auf Wiedersehen.

    Und dann erhielt die Frau Generalstaatsanwältin ihren Preis, dotiert mit 25.000 Euro. In ihrer Dankesrede versprach Sie, dieses Geld sofort für humanitäre Zwecke an die Ukraine zu spenden. Alle klatschten und freuten sich über ihre Selbstlosigkeit. Aus dem Himmelsgewölbe aber hieß es, man würde der Sache nachgehen, ob das Geld ankomme und auch wirklich für den Frieden eingesetzt würde.







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